Vor rund zehn Tagen haben meine elf Lernenden des Bildungszentrums Zürichsee (BZZ) und ich die Reise zu NextGen TechTalents 2026 angetreten, einem dreiwöchigen Berufspraktikum für Mediamatikerinnen und Mediamatiker. Das Programm wird hauptsächlich von Movetia, der nationalen Agentur der Schweiz für Austausch und Mobilität, finanziert und verfolgt drei Ziele:
- Fachlich: Fotografie und Videografie in realen Projekten umsetzen
- Kulturell: das eigene Kulturverständnis erweitern und lernen, mit dem Unbekannten umzugehen
- Sprachlich: Englischkenntnisse im Business-Umfeld anwenden und ein Grundverständnis für Sprachen mit nicht-lateinischer Schrift entwickeln
Ziele sind schnell definiert, und Papier ist geduldig. In der Realität stossen wir auf die eine oder andere Art an unsere Grenzen. Und das ist gut so, denn nur so können wir sie überwinden. Schon diese simple «Weisheit» lässt das eigene Scheitern in einem neuen Licht erscheinen.
Manche Lernende erreichen ihre Grenzen, fallen, stehen wieder auf, fallen erneut, stehen wieder auf – und überwinden sie schliesslich. Sie wachsen! Silvan, Jonathan und Max zum Beispiel leisten Unglaubliches. Beispielweise haben sie gestern ein Networking event im TreeTree-Workingspace organisert. Excellent job, guys – I couldn’t be prouder of you!
Andere starten ähnlich, doch für sie ist es schmerzhaft, die eigenen Grenzen zu erkennen. Schliesslich reagiert niemand von uns begeistert auf Kritik. Ich erinnere mich gut an eigene Fehler, die in dem Moment wehgetan, langfristig aber den Grundstein für spätere Erfolge gelegt haben.
Long story short: Lernen im Sinne einer tiefen Erkenntnis lässt sich nicht durch Zeitvorgaben und Anforderungen erzwingen oder anordnen. Es ist ein individueller Prozess, der uns ein Leben lang begleitet. Bei manchen dauert er länger, bei anderen geht es schneller. Meine persönliche Erkenntnis als Lehrperson hier in Shanghai: Ich muss den Lernenden Rahmenbedingungen bieten, in denen sie sich entwickeln können.
